
Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist weit mehr als nur ein technisches Wunderwerk, es ist unsere Zeitmaschine in die dunkelsten Ecken des Kosmos. Seit seinem Start hat es das Bild, das wir uns vom Universum gemacht haben, nicht nur ergänzt, sondern in vielen Bereichen komplett auf den Kopf gestellt.
Hier ist ein tiefer Einblick in die spektakulärsten und aktuellsten Entdeckungen des Teleskops, die uns Anfang 2026 den Atem rauben.
Anfang Januar 2026 präsentierten Forscher auf dem Treffen der American Astronomical Society eine Gruppe von Objekten, die sie liebevoll als “Astronomie-Schnabeltiere” bezeichnen. Dabei handelt es sich um neun Galaxien aus der Zeit von vor etwa 12,5 Milliarden Jahren, die sich absolut jeder Kategorisierung entziehen.
Wer dachte, unser eigenes Sonnensystem sei bereits fertig kartiert, wurde im Oktober 2025 eines Besseren belehrt. Dank der extremen Infrarot-Empfindlichkeit des Webb-Teleskops wurde ein winziger neuer Begleiter des Eisriesen Uranus entdeckt: S/2025 U1.
Einer der skurrilsten Funde der letzten Monate (Januar 2026) ist der Exoplanet PSR J2322-2650b. Er bricht fast alle Regeln der Planetenkunde:
Eine der kühnsten Theorien der modernen Astrophysik erhielt Ende 2025 neuen Aufwind. Webb beobachtete Galaxien, die nur 300 Millionen Jahre nach dem Urknall bereits massiv und hell waren. Das widerspricht dem Standardmodell, nach dem Sterne Zeit brauchen, um zu wachsen.
Die neue Erklärung: Dunkle Sterne. Dies sind hypothetische Sterne, die nicht durch Kernfusion, sondern durch die Annihilation von Teilchen der Dunklen Materie angetrieben werden. Sollte sich dies bestätigen, hätte Webb die erste direkte Spur zur Natur der Dunklen Materie gefunden, die etwa 27% unseres Universums ausmacht.
Erst am 8. Januar 2026 vermeldeten Astronomen der University of California einen neuen Rekord: In der Galaxie VV 340a entdeckte Webb den bisher größten bekannten Strom aus super-erhitztem Gas.
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat uns in nur wenigen Jahren gezeigt, dass das Universum älter, komplexer und seltsamer ist, als wir es uns in unseren kühnsten Träumen vorgestellt haben. Ob es die Suche nach Leben in der Atmosphäre von Exoplaneten wie Alpha Centauri A (wo Webb 2025 erste Hinweise auf einen Planeten fand) oder der Blick auf die allerersten Sterne (“Population III”) ist, jede Aufnahme ist ein Puzzleteil zur Beantwortung der Frage: Woher kommen wir?